Die Gründe für die unzureichende Schulausbildung
Gewöhnlich gehören die reicheren Leute einer höheren Kaste an; deren
Kinder erhalten eine gute Ausbildung, Deshalb bereitet es ihnen keine
Schwierigkeiten, einen Beruf mit geregeltem Einkommen zu finden. Infolge
dessen haben sie keine Probleme ihren Lebensunterhalt selbst zu finanzieren.
Sie sind in der Gesellschaft angesehen und blicken auf die anderen herab.
Der überwiegende Teil der Menschen mit unzureichender Ausbildung gehört
der unteren Kaste an. Sie haben entweder wenig oder gar kein eigenes
Land und haben auch nicht die Möglichkeit, welches zu erwerben, da sie
kein geregeltes Einkommen haben. Es entsteht ein Teufelskreis. Da sie
zu wenig Land haben, das sie bewirtschaften können, haben sie kein Geld,
um ihren Kindern eine Ausbildung zu ermöglichen. So können auch die
Kinder später keinen anderen Beruf ausüben als ihre Eltern, und deshalb
wird auch ihr späteres Leben von Armut gekennzeichnet sein. Dazu kommt,
daß viele Bauern aufgrund mangelnder Bildung diese Zusammenhänge nicht
erkennen und daher wollen, daß die Kinder in ihre Fußstapfen treten.
Aufgrund mangelnder Kenntnisse erachten sie eine Schulausbildung für
ihre Kinder nicht als notwendig.
Die Folgen unzureichender Schulausbildung
Benötigen die armen Menschen aus irgendeinem Grund Geld (z. B. wenn
es auf den Feldern kein Arbeit mehr gibt, bei Krankheit, bei Ernteausfall
wegen Trockenheit, Mitgift für die Verheiratung der Tochter,...), dann
müssen sie bei den reichen Bauern ein Darlehen zu Wucherzinsen aufnehmen.
Die Banken vergeben keine Kredite, da keine Aussicht auf Rückzahlung
besteht. Die Kinder der Familie müssen solange auf den Feldern der Großgrundbesitzer
als Leibeigene arbeiten, bis die Schuld durch ihre Arbeit beglichen
ist. Da die Arbeitskraft der Kinder auf den eigenen Feldern fehlt, verringert
sich das Einkommen der Eltern, während das Einkommen der Großgrundbesitzer
ständig steigt. Konkret heißt das: Je mehr Kinder eine Familie hat,
desto mehr Kinder können durch ihre Arbeit auf den Feldern der Großgrundbesitzer
Geld verdienen. Dieses Bewußtsein trägt maßgeblich zu dem großen Bevölkerungswachstum
in Indien bei.
Die Großgrundbesitzer sehen keinen Grund, dieses System zu ändern, da
sie damit immer billige Arbeitskräfte zur Verfügung haben. Deshalb verhindern
Sie jegliche bessere Ausbildung der ärmeren Bevölkerung. Auch die meisten
Politiker gehören zur oberen Kaste. Vor den Wahlen teilen sie in den
Dörfern Essen aus und ködern die Menschen mit Wahlversprechen. Da die
Dorfbewohner aufgrund mangelnder Bildung das politische System nicht
durchschauen, fallen sie auf die leeren Versprechen der Kandidaten herein
und unterstützen sie bei der Wahl. Nach der Wahl ist dann wieder alles
wie bisher. Somit haben die Kleinbauern auch von der Regierung keine
Hilfe zu erwarten.
Wie kann diese Situation geändert werden?
Um den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen, brauchen die Menschen
eine gute Ausbildung. Das Projekt, das Pfarrer Don Bosco ins Leben gerufen
hat, will Familien in der Ausbildung ihrer Kinder unterstützen. Dazu
sucht er Menschen, die bereit sind, ein Patenkind anzunehmen. Es werden
Kinder aus Familien ausgewählt, in denen noch kein Familienmitglied
ein regelmäßiges Einkommen hat - meistens aus Dörfern.
Es wird Wert darauf gelegt, daß Jungen und Mädchen gleichermaßen unterstützt
werden. Von den unterstützen Kindern sind ca. 60%
Mädchen und 40% Buben:
Die Lebenshaltungskosten in Indien sind aus europäischer Sicht sehr
niedrig. Mit 66 Cent pro Tag wird dem Kind eine geregelte Schulausbildung
ermöglicht.
Von dem Geld werden dem Kind die Unterbringung in einem Internat, die
Fahrtkosten dorthin, Schulmaterial (Hefte, Bücher, ...) und im Krankheitsfall
die Arztkosten finanziert. Das Projekt wird durch zwei Mitarbeiter von
Pfarrer Don Bosco betreut, die kontrollieren, ob das Geld richtig eingesetzt
wird und ob das Kind die schulische Ausbildung annimmt. Den besten Kindern
wird dann noch ein Hochschulstudium finanziert. Wir bitten darum, die
Patenschaft für etwa 5-7 Jahre zu übernehmen, also bis das Kind seine
Ausbildung beendet hat. Es ist aber auch jederzeit möglich, die Patenschaft
vorher zu beenden.
Durch dieses Projekt erhalten die Kinder die Möglichkeit, eine weiterführende
Schule zu besuchen. Für ihr zukünftiges Leben bedeutet dies einen sicheren
Arbeitsplatz und ein regelmäßiges Einkommen. Sie können in Zukunft auf
eigenen Füßen stehen und ihre Familie ernähren. Somit sind sie nicht
mehr gezwungen, auf den Feldern der Großgrundbesitzer zu arbeiten. Bereits
mit der Ausbildung eines Kindes verbessert sich die Situation der gesamten
Familie gewaltig. Ebenso wichtig wie die Lösung wirtschaftlicher Probleme
ist auch die damit verbundene Verbesserung der gesellschaftlichen Stellung.
Gebildete Leute können gesellschaftlich und auch politisch Einfluss nehmen.
Jemand, der eine gute Ausbildung erhalten hat, wird in der Gesellschaft
kein Außenseiter mehr sein.
Außerdem ist ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Schulbildung der
Eltern und der Anzahl der Kinder, die in einer Familie auf die Welt
kommen, festzustellen. Eine Untersuchung in Indien zeigt, daß Ehepaare
mit höherem Bildungsstand weniger Kinder haben als schlecht gebildete
Paare. Eine gute Schulbildung wirkt somit auch dem Problem der Überbevölkerung
entgegen.
Pfarrer Don Bosco arbeitet nun schon mehrere Jahre an diesem Projekt.
In Österreich und Deutschland wurden 2006 bereits 436 indische Kinder
von Patenfamilien unterstützt.
Haben Sie schon ein Patenkind?
Derzeit werden über 430 Patenkinder von Österreich und Deutschland unterstützt. Die Patenkinder werden in Indien von Pater Don Bosco
ausgesucht. Ein Bild mit Informationen über das Kind und deren Familie
wird zu uns weitergeleitet mit der Bitte um Unterstützung. Wir bemühen
uns für diese Kinder Pateneltern zu finden, die sich bereit erklären
über mehrere Jahre die Ausbildung eines Kindes in Indien zu unterstützen.
Don Bosco bekommt jedes Jahr von den Patenkindern einen Brief für deren
„Eltern" in Europa. So bekommen alle Pateneltern im Dezember einen Brief
von ihrem „Kind". Leider macht immer wieder die indische Post einen
Strich durch die Rechnung, und oft gehen Brief auf dem Weg in Indien
oder nach Europa verloren.
66 Cent am Tag (monatl 20,00 Euro) können einem Kind in Indien und seiner
Familie helfen. Das entspricht nicht einmal einer Wurstsemmel bei uns.
Wenn Sie interessiert sind, senden Sie uns Ihren Namen und Adresse,
und wir schicken Ihnen gerne noch Informationsmaterial.
Kontonr.: 1321 „Projekt Patenkinder"
Raiffeisen Bank Marchfeld Mitte
Bklz 32092
In Österreich stehen 154 Computer bereit, um unsere Schule in Pagandai mit einer Computer-Klasse zu erweitern.
Bis heute konnten über 200 Kinder eine Ausbildung durch eine Patenschaft abschließen:
140 |
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einen Hauptschulabschluss |
48 |
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die Matura (staatliche Prüfung nach der 12. Schulstufe) |
4 |
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einen akademischen Grad |
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